Operation
Intravitreale Injektion
Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)
Therapie der feuchten AMD durch Intravitreale Therapie = Applikation eines Medikaments in den Glaskörper.
Die intravitreale Therapie (IVOM) mit VEGF-Blockern stellt die neueste Therapieoption für die feuchte AMD dar. VEGF steht für vascular endothelial growth factor, ein Wachstumsfaktor für Gefäße, der bei der Bildung von neuen Gefäße unter der Netzhaut eine entscheidende Rolle spielt. Die bei der feuchten AMD entstehenden Gefäße haben undichte Gefäßwände, so dass sowohl Flüssigkeit als auch Blut in das umliegende Gewebe austreten. Dies führt zu einer Schwellung der Netzhaut mit deutlicher Sehverschlechterung.
Die VEGF–Blocker hemmen unterschiedliche Untergruppen des Gefäßwachstumsfaktors und bewirken dadurch eine Hemmung der Gefäßneubildung sowie einen Rückgang der Netzhautschwellung. Dies bewirkt eine Stabilisierung und erstmals in vielen Fällen sogar eine deutliche Verbesserung des Sehvermögens. Alle Medikamente müssen in Abständen von vier bis sechs Wochen in den Glaskörper injiziert werden, um den Therapieerfolg aufrecht zu erhalten. Es handelt sich also um eine Dauertherapie.
Folgende Präparate stehen zur Verfügung:
- Bevacizumab
- Ranibizumab
- Pegaptanib
1. Bevacizumab ist ein monoklonaler Antikörper gegen alle Untergruppen von VEGF–A und wurde für die Behandlung von Darmkrebs zugelassen, bei der er viele heftige unerwünschte Nebenwirkungen entwickelt. Für die Behandlung der AMD ist Bevacizumab nicht zugelassen, zeigt aber eine sehr gute Wirksamkeit. Bei der Injektion in den Glaskörper ist die Dosierung um den Faktor 400 kleiner als bei der systemischen Behandlung von Darmkrebs, so dass allgemeine Nebenwirkungen nach der Therapie am Auge bisher nicht in nennenswertem Umfang beschrieben worden sind. In zahlreichen Studien wurde gezeigt, dass dieser Antikörper keinen negativen Effekt auf die Netzhaut hat.
Bevacizumab ist in der am Auge benötigten Dosierung sehr kostengünstig und daher der in der AMD Therapie weltweit am Häufigsten angewandte VEGF- Blocker.
2. Ranibizumab ist ein Fragment des monoklonalen Antikörpers Bevacizumab und damit deutliche kleiner. Es gleitet leichter durch die Netzhaut durch, hat aber auch eine kürzere Wirkungsdauer. Für Ranibizumab liegen zahlreiche große Studien mit sehr guten Ergebnissen vor, die erstmals bei einer Mehrzahl der Patienten eine deutliche Sehverbesserung bewirkt haben. Ranibizumab wurde am 23.01.2007 für die intravitreale Therapie bei feuchter AMD zugelassen.
Für die Zulassung in Deutschland wurde festgelegt, dass innerhalb der ersten drei Monate in monatlichen Abständen je eine Injektion erfolgt, anschließend nur bei Abfall des Sehvermögens jeweils weitere Behandlungen beantragt und durchgeführt werden können. Dies steht im Widerspruch zu den großen Zulassungsstudien, in denen die besten Ergebnisse im Sehverlauf bei den Patienten gezeigt wurden, die über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren monatlich eine Injektion erhielten, ohne das eine Verschlechterung des Sehvermögens abgewartet wurde.
3. Pegaptanib hemmt eine Untergruppe von VEGF–A. Es ist seit Sommer 2006 für die Behandlung der feuchten AMD zugelassen und zeigt bei einer Untergruppe der AMD eine stabilisierende Wirkung. Insgesamt hat es die Erwartungen nicht erfüllen können.
Pegaptanib muss alle sechs Wochen injiziert werden.
Kosten
Da die IVOM eine sehr neue Behandlungsmethode darstellt, gibt es bisher keine Abrechnungspositionen für diese Operation mit den gesetzlichen Krankenkassen. In der Regel werden die Kosten im Rahmen von Einzelfallentscheidungen von der Krankenkasse getragen.
Sie betragen pro Injektion für Bevacizumab ca. € 82,-, für Ranibizumab € 1.262,64 und für Pegaptanib € 832,61.
Dazu kommen die Kosten für die Operation in einem Operationssaal und für die Nachkontrolle. Je nach Krankenkasse bleibt für den Patienten eine Selbstbeteiligung zwischen € 85,- bis € 200,-.
Grauer Star
Die Operation des grauen Stars wird in örtlicher Betäubung mit Gel und Augentropfen, gegebenenfalls kombiniert mit einer leichten Beruhigungsspritze in den Arm, durchgeführt. In die Hornhaut werden kleine Einschnitte gemacht, durch die eine Ultraschallsonde und ein Saug-Spülsystem in das Auge eingeführt werden. Mittels Computer gesteuerter Ultraschall-Technik wird dann die eingetrübte Linse zerkleinert und abgesaugt, wobei die Kapsel der Linse zum größten Teil erhalten bleibt.
Die künstliche Linse wird nun gefaltet und durch den kleinen Einschnitt in die Linsenkapsel eingesetzt, in der sie sich entfaltet und dann zentriert wird. Eine Naht der Hornhaut ist nicht mehr nötig. Die Kunstlinse kann individuell so gewählt werden, dass nach der Operation meistens für die Fernsicht keine Korrektur mehr benötigt wird.
Das Einsetzten einer moderne Multifokallinsen bewirkt sogar eine „Gleitsicht“, so dass man sowohl in der Ferne als auch in der Nähe ohne Brille fast ganz scharf sehen kann.
Lidoperation
Augenlidoperationen lassen sich gut in einer örtlichen Betäubung, gegebenenfalls kombiniert mit einer leichten medikamentösen Beruhigung, durchführen.
Das Entropium (die Einwärtskehrung) des Unterlides wird entweder durch ein vorübergehendes Einlegen von Haltefäden oder auch durch das gezielte Entfernen von Haut- und Muskelgewebe korrigiert.
Das Ektropium (die Auswärtsdrehung) lässt sich durch eine Straffung der Lidkante wiederherstellen, die je nach Art und Stärke durch eine keilförmige Entfernung von Gewebe, eventuell in Kombination mit einer Wiederbefestigung des Lidbändchens am Knochen, erreicht wird.
Bei der Operation von Schlupflidern (der Blepharoplastik) handelt es sich zumeist um eine kosmetische Beseitigung von überschüssigem Hautgewebe am Oberlid.
Es wird individuell bestimmt wie viel Haut abgetragen werden soll. Nach dem Anzeichnen wird der entsprechende halbmondförmiger Hautlappen abgetragen, gegebenenfalls wird auch hervortretendes Fettgewebe mit entfernt. Die Schnitte werden parallel zu den Lidkanten in die Lidfalten gesetzt, so dass hinterher die Naht in der Lidfalte verschwindet und nicht zu erkennen ist. Die Operation wird meistens beidseitig an einem Tag durchgeführt. Die Krankenkassen kommen in der Regel für die Operationskosten einer Blepharoplastik nicht auf.